Maximale Enttaeuschung ueber CDU-Mindestlohn-Entscheidung

15.11.2011: Die Union hat die Chance verpasst, endlich die Lanze zu brechen fuer mehr Lohngerechtigkeit in Deutschland. Das ist eine maximale Enttaeuschung fuer alle, die sich einen Kurswechsel der Union in der Mindestlohnfrage erhofft haben. Bei dem angeblichen Kompromiss haben sich die Mindestlohngegner durchgesetzt, der Arbeitnehmerfluegel der angeblich christlichen Partei hat eine krachende Niederlage eingefahren.

Aendern wird sich mit dem Beschluss des Parteitages fast nichts. Schon heute koennen ueber das Mindestarbeitsbedingungsgesetz Mindestloehne fuer schutzlose Branchen festgelegt werden. Die CDU verkauft als Fortschritt, was laengst geltendes Recht ist.

Einzige Konsequenz der Beschraenkung eines Mindestlohns auf tariffreie Branchen ist, dass christliche Pseudogewerkschaften aufgewertet werden. Arbeitgeber, die Lohndumping betreiben wollen, muessen nur noch mit willfaehrigen Partnern einen Tarifvertrag abschliessen. Selbst wenn die dort festgelegten Loehne nur knapp ueber der Grenze der Sittenwidrigkeit liegen, sind sie nach CDU-Lesart kuenftig nicht angreifbar. Die CDU hat heute entschieden, dass sie Stundenloehne von vier oder fuenf Euro fuer akzeptabel haelt.

Auch die CDU-Entscheidung fuer branchen- und regionalspezifische Lohngrenzen ist falsch. Ein Mindestlohn muss eine fuer alle verbindliche Untergrenze sein. Stundenloehne von vier Euro sind unmenschliches Lohndumping, egal in welcher Branche und in welchem Bundesland. Bei nach Branchen und Regionen differenzierten Branchen werden viele Arbeitnehmer auf die ihnen zustehenden Rechte verzichten, weil sie schlicht nicht wissen, welcher Mindestlohn fuer sie gilt. Es wird moeglicherweise Jahre dauern, bis fuer alle Branchen und Regionen Mindestloehne ausgehandelt sind.

Als SPD fordern wir, dass auch Bereiche, fuer die jetzt bereits ein Tarifvertrag gilt, durch einem Mindestlohn abgesichert werden muessen. Es gibt hunderte von Tarifvertraegen, die niedrigste Loehne vorsehen. Auch die hier Beschaeftigten muessen geschuetzt werden.


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Hilfsdienste können aufatmen 30.04.2012 | Erleichtert reagiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme auf die Pressemitteilung der EU-Kommission, dass Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren nicht in den Anwendungsbereich der geltenden EU-Arbeitszeitrichtlinie fallen und auch nicht geplant ist, die Bestimmungen auf diese Zielgruppe auszuweiten, sondern zunächst das Ergebnis der laufenden Verhandlungen der Sozialpartner abzuwarten. (Presse) [mehr]

Regelsaetze muessen neu ermittelt werden 26.04.2012 | Die gestrige Entscheidung, wonach die Hoehe der Regelbedarfe in der Grundsicherung fuer Arbeitsuchende (und damit auch der Sozialhilfe) zu niedrig ausfaellt, weil die Regelsaetze nach einem fehlerhaften beziehungsweise willkuerlichen Verfahren ermittelt worden sind, bestaetigt die Position der SPD-Bundestagsfraktion. Wir haben bereits fruehzeitig nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes am 9. Februar 2010 eindeutig die Anforderungen an die Ermittlung und Bemessung der Regelbedarfe definiert. (Presse) [mehr]

Zum Thema

MdB Kramme: "Vernunft hat gesiegt" - Streit über Jobcenter beigelegt 15.07.2008 | Anlässlich der Entscheidung für eine Grundgesetzänderung als rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen und Kommunen bei der Betreuung Langzeitarbeitsloser erklärt Anette Kramme, MdB: (Presse) [mehr]

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