Forderung nach personeller Aufstockung im Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth
Die Bundestagsabgeordnete Anette Kramme hat sich mit Nachdruck für eine personelle Aufstockung des Lastenausgleichsarchivs in Bayreuth eingesetzt. In einem Schreiben an Dr. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, wies sie auf die prekäre Situation des Archivs hin, das seit Jahrzehnten zentrale Aufgaben bei der Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung und Enteignung erfüllt.
„Das Lastenausgleichsarchiv bewahrt einzigartige Quellen über persönliche und nationale Schicksale. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Klärung historischer und rechtlicher Fragen – insbesondere für ältere Antragstellerinnen und Antragsteller, deren Anliegen oft seit Jahren unbearbeitet bleiben“, erklärte Anette Kramme.
Der Rückstand im Lastenausgleichsarchiv umfasst derzeit rund 4.000 Anfragen, was zu Wartezeiten von mehreren Jahren führt. „Gerade in einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit Geschichte und Unrecht wieder stärker in den Fokus rückt, dürfen wir diese zentrale Einrichtung nicht weiter schwächen“, so Kramme.
Kulturstaatsminister Weimer teilte in seiner Antwort mit, dass erste Maßnahmen zur Prozessoptimierung und eine temporäre Personalverstärkung bereits Wirkung zeigen: Rund 16 Prozent des Rückstaus konnten abgebaut werden. Dennoch seien Ressourcenengpässe auf Bundesebene weiterhin eine große Herausforderung. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die Situation im Laufe des Jahres weiter verbessern werde.
Anette Kramme betont jedoch, dass dies nicht ausreiche: „Ohne eine dauerhafte personelle Verstärkung droht das Lastenausgleichsarchiv seiner gesellschaftlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden zu können. Die Menschen, die auf Antworten warten, verdienen Verlässlichkeit und zügige Verfahren.“
Sie kündigte an, das Thema weiter in die politischen Gremien einzubringen und sich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen über Parteigrenzen hinweg für eine nachhaltige Lösung starkzumachen.