Anette Kramme fordert mehr Tempo bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale
Die Bayreuther SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme begrüßt die von der Deutschen Bahn angekündigte schrittweise Wiederaufnahme des Zugverkehrs im Pegnitztal, kritisiert aber zugleich das anhaltende Zögern des Bundesverkehrsministeriums bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale.
„Dass die Züge zwischen Hersbruck und Pegnitz nun in zwei Stufen wieder an den Start gehen sollen, ist ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt zur Entlastung für die Pendlerinnen und Pendler in der Region“, erklärt Anette Kramme mit Blick auf die aktuelle Ankündigung der Deutschen Bahn, ab Anfang Mai zunächst den Abschnitt Neuhaus–Pegnitz zu bedienen und bis Ende der Sommerferien den Verkehr auf der gesamten Strecke wiederaufzunehmen. Das ist ein gutes Zeichen für alle, die seit der Sperrung im September 2025 unter langen Fahrzeiten und dem Bus-Ersatzverkehr leiden.“
Gleichzeitig macht Kramme deutlich, dass punktuelle Reparaturen allein nicht ausreichen: „Wir brauchen endlich einen klaren Fahrplan für die Zukunft dieser Strecke – und der heißt Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale.“ Die Strecke Nürnberg–Hof–Dresden ist von zentraler Bedeutung für die Region Oberfranken, für den internationalen Personen- und Güterverkehr sowie für eine klimafreundliche Verkehrsverlagerung auf die Schiene. „Während auf tschechischer Seite seit Jahren elektrische Züge rollen, hängen wir auf deutscher Seite immer noch am Dieselzug und an vertagten Entscheidungen“, so Kramme.
Die SPD-Abgeordnete kritisiert insbesondere das andauernde Bremsen im Bundesverkehrsministerium: „Die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung ist längst belegt, Kommunen, Wirtschaft und Länder drängen seit Jahren auf Fortschritte – aber aus dem Verkehrsministerium kommen nur Ankündigungen statt Aufträge.“ Die zwischenzeitlich gestoppten Planungen und der schleppende Wiederanlauf der Projekte hätten wertvolle Zeit gekostet und die Region im Wettbewerb geschwächt. „Es kann nicht sein, dass wir vor Ort Brücken mühsam stabilisieren, aber bei der Elektrifizierung immer noch auf der Stelle treten“, sagt Kramme.
Mit Blick auf die aktuellen Arbeiten an den Pegnitzbrücken fordert Kramme, dass nun endlich konsequent „mitgedacht“ wird: „Wenn wir jetzt Brücken sanieren und erneuern, müssen alle Maßnahmen von Anfang an auf eine elektrifizierte und leistungsfähige Strecke ausgelegt sein – alles andere wäre eine teure Fehlplanung zulasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“ Die anstehende Erneuerung der Bauwerke sei eine historische Chance, den baulichen Zustand der Strecke und die Zukunftsfähigkeit des Netzes in Einklang zu bringen.
Krammes Appell an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist eindeutig: „Das Ministerium steht weiterhin auf der Bremse – jetzt braucht es endlich mehr Zug auf der Leitung.“ Sie fordert, die Deutsche Bahn umgehend mit der weiterführenden Planung der Elektrifizierung zu beauftragen, die notwendigen Vereinbarungen zu schließen und die Finanzierung der nächsten Planungsschritte verbindlich zu sichern. „Unsere Region, die Unternehmen und die Pendlerinnen und Pendler warten seit Jahren auf verlässliche Perspektiven. Es ist höchste Zeit, dass der Bund liefert und nicht länger vertröstet.“